Goodbye Corner Kick

Corner Kick … kurz und knackig mit passenden Fotos − mein Beitrag zur medialen Präsenz des Frauenfußballs. Konsequent hat Corner Kick bis heute das Spiel der Frauen „Fußball“ genannt und, wenn Männer spielen, dann war das „Männerfußball“. Die Sprache in den Medien ist in den letzten Jahren sensibler geworden. Wenn ich über Fußball spreche, höre ich immer häufiger die Frage „Frauen oder Männer?“ Mittlerweile kommentieren und pfeifen Frauen und in der Sportschau sieht man − zumindest ein paar Minuten − die Frauenbundesliga. Von gleichberechtigter Berichterstattung in dieser Sportart sind wir noch Meilen entfernt, aber ein Anfang ist gemacht. In diesem Jahr sind es ja auch erst 50 Jahre, dass wir Frauen Fußballspielen dürfen …

Fünf Jahre lang hat Corner Kick die Bundesliga, den DFB-Pokal, die Königinnenklasse und das deutsche Nationalteam mit Tastatur und Kamera begleitet. Fünf Jahre lang hat Corner Kick die Kamera auf Spielszenen und Fußballerinnen in den verschiedensten Stadien gerichtet: auf den Rasen der kleinsten Fußballstadt in Deutschland: Sand, auf die Kunstrasenplätzen der WM-Stadien in Kanada, auf das kulinarisch bestens gelegene Champions League-Stadion in Reggio Emilia oder zuletzt auf das Stadion der WM-Finalrunde 2019 in Lyon. Ich durfte den letzten Titelgewinn des 1. FFC Frankfurt in der Champions League 2015 in Berlin mit der Kamera festhalten, das für mich in den fünf Jahren beste Fußballspiel: das Finale bei der EM 2017 zwischen den Niederlanden und Dänemark sehen und Megan Rapinoe in ihrer berühmten Pose fotografieren. Ich habe interessante Interviews geführt, viele Kolleg*innen kennen und schätzen gelernt und in der Bundesliga hat mich Pernille Harder von Tor zu Tor mehr begeistert. Als Fußballverrückte war es oft nicht leicht, einfach die Kamera bei Seite zu legen um zum Beispiel im Fanblock der überall hinreisenden Turbine-Fans dabei zu sein oder mit den so wundervollen Fans der orangenen Löwinnen zu tanzen.

Trotzdem ist die Zeit ist gekommen diesen Blog an den virtuellen Nagel zu hängen. Nein, nicht, weil zum Frauenfußball alles gesagt ist, ganz im Gegenteil. Ich habe mich entschieden die Seiten zu wechseln und freue mich sehr darüber mich jetzt in einer anderen Funktion für den Frauenfußball zu engagieren. Wer weiterhin von mir lesen möchte, schaut einfach auf die Homepage von Turbine Potsdam. Dort werde ich als Pressesprecherin bestimmt so einiges zu sagen haben.

Ich möchte mich herzlich bei allen Leser*innen der letzten fünf Jahre bedanken, bei  allen, mit denen ich über Fußball diskutieren durfte und die mir viele Anregungen gegeben haben, wie ich diesen Blog hoffentlich für euch informativ und unterhaltsam gestalten konnte. Danke auch an das L.MAG-Team, insbesondere an Karin Schupp, für die gute Zusammenarbeit.

Wir sehen uns im Karli

Titelfoto: Uta Zorn sagt Goodbye - Foto: Christiane Kallenbach