Avec Ach und Krach: Deutschland im Halbfinale

Im Spiel gegen Frankreich bezwang die deutsche Nationalmannschaft Les Bleues erst im Elfmeterschießen mit 5:4 und erreichte glücklich das WM-Halbfinale. Zur Heldin des Spiels wurde Nadine Angerer: sie hielt den entscheidenden Elfmeter.

Die Atmosphäre im Olympiastadion von Montreal ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig: Ein geschlossenes Dach, voll klimatisiert, und ein Servicewagen wässert wie beim Eishockey die Spielfläche. Die Verwunderung darüber konnte mal den deutschen Spielerinnen in Gesicht ablesen, als sie am Vortrag erstmals die Halle zum Abschlusstraining betraten. Die Französinnen brachten bereits Erfahrungen mit, da sie hier das Achtelfinale gegen Südkorea gespielt hatten. Gleich von der ersten Minute an wurde klar, dass die Französinnen zu Recht als WM-Favorit gehandelt wurden. Tolle Kombinationen, schnelles Umschaltspiel von der Defensive in die Offensive und durchdachte Raumaufteilung zeichnete die Bleues aus. Annike Krahn und Babett Peter, die die gelbgesperrte Saskia Bartusiak ersetzte, hatten in der  Innenverteidigung alle Hände voll zu tun und gehörten zu den stärksten Spielerinnen im DFB-Team.

Zur zweiten Halbzeit kam Dzsenifer Marozsan für Anja Mittag auf die Plastikwiese. Sie belebte das Angriffspiel, scheiterte aber auch an der französischen Keeperin Sarah Bouhhadi. Spielerische Lösungen fanden die Deutschen leider nicht. In der 84. Minute verwandelte Celia Šašic einen Handelfmeter souverän. So stand es nach regulärer Spielzeit 1:1.

In der Verlängerung ließen die Kräfte auf beiden Seiten nach, es kam zum offenen Schlagabtausch. Die einzige sehenswerte Torchance vergab Gaetane Thiney am langen Pfosten, und Deutschland rettete sich ins Elfmeterschießen.

Abpfiff: Alle bedanken sich bei Nadine Angerer © Uta Zorn
Abpfiff: Alle bedanken sich bei Nadine Angerer © Uta Zorn

Schützin um Schützin trat an und verwandelte. Für Deutschland trafen unter Pfiffen der französischen und frankokanadischen Anhänger Melanie Behringer, Simone Laudehr, Babett Peter, Dzsenifer Marozsan (bereits mit geschwollenem Knöchel) und Celia Šašic. Dann stand als letzte französische Schützin Claire Lavogez vor Nadine Angerer. Mit dem Knie hielt die Kaptitänin den Schuss, wurde wieder mal zur Heldin und auch als Spielerin des Spiels ausgezeichnet. Der Jubel kannte keine Grenzen, jede wollte Nadine Angerer umarmen.

Laura Benkarth trägt Tabea Kemme auf der Ehrenrunde © Uta Zorn
Laura Benkarth trägt Tabea Kemme auf der Ehrenrunde © Uta Zorn

Eine besondere Erwähnung haben sich die Ersatztorhüterinnen verdient: Laura Benkrath und Almuth Schulttrugen Tabea Kemme und Simone Laudehr huckepack die gesamte Ehrenrunde – ein schönes Bild.

Im Halbfinale trifft die Neid-Elf auf die USA, die 1:0 gegen China gewannen. Anstoß ist am 1. Juli, 1:00 Uhr, die ARD überträgt live aus Montreal, und wir berichten wie immer am nächsten Morgen darüber!

P.S.: Wir gratulieren Celia Sasic herzlich zum Geburtstag: sie wurde heute 27!

 

Zuerst veröffentlicht am 27.06.2015 von L.MAG – Das Magazin für Lesben 
http://www.l-mag.de/news1010/avec-ach-und-krach-deutschland-nach-elfmeterkrimi-im-halbfinale.html

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