Martina Voss-Tecklenburg beruft WM-Aufgebot

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat 23 Spielerinnen für die Weltmeisterschaft in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli 2019) in den Kader berufen. Fünf weitere Spielerinnen nehmen am Vorbereitungslehrgang vom 24. bis 31. Mai in Grassau teil und stehen auf Abruf, um auf eventuelle Ausfälle reagieren zu können.

Lena Oberdorf ist mit ihren 17 Jahren die Jüngste im Aufgebot, Lena Goeßling (33) die älteste und mit 194 Länderspielen die Erfahrenste. Auf der heutigen Pressekonferenz sagt Martina Voss-Tecklenburg: „Es waren verschiedene Komponenten, die am Ende für die Auswahl den Ausschlag gegeben haben. Beispielsweise haben Positionsflexibilität und Charaktereigenschaften eine Rolle gespielt, aber auch, welche Spielerinnen gut zusammenpassen. Wir haben im Trainerteam intensiv miteinander diskutiert. Am Ende waren einige knappe Entscheidungen dabei, weil wir eine hohe Qualität innerhalb der Mannschaft haben. Ich bin davon überzeugt, dass wir ein Team haben, mit dem wir gut aufgestellt sind für die WM.“

Am 24. Mai trifft sich die DFB-Auswahl zum letzten Trainingslager in Grassau am Chiemsee und bestreitet noch ein Testspiel gegen Chile (30. Mai, ab 17.45 Uhr live in der ARD). Torfrau Lisa Schmitz, Kristin Demann, Lena Lattwein, Pauline Bremer und Felicitas Rauch ergänzen den Kader und stehen bereit, falls sich eine Spielerin des Aufgebots verletzten sollte. Aktuell macht die Schulter von Almuth Schult noch Sorgen, es ist noch nicht sicher, ob sie mit zur WM fahren kann.

Zum Trainingslager sagt Voss-Tecklenburg: „Wir wollen die wenigen Tage, die uns in diesem Trainingslager zur Verfügung stehen, intensiv nutzen, um vor allem an Automatismen zu arbeiten, an Laufwegen und der Abstimmung untereinander. Unser Ziel ist es, mutig zu sein und dennoch die richtige Balance zu finden, damit auch die Ergebnisse stimmen. Für uns ist Chile als WM-Gegner ein sehr guter Test, um zu sehen, wo wir stehen.“

Im Rahmen der Kaderbekanntgabe wurde eine neuer Werbespot für die DFB-Frauen vorgestellt, der sich deutlich erfrischend von bisherigen Produktionen abhebt, aber seht selbst:

Simone Laudehr nutze den Tag um ihren Rücktritt aus dem Nationalteam über ihre Social-Media-Kanäle zu verkünden und mit ihren Ex-Trainern Thomas Wöhrle und Steffi Jones abzurechen. Sie beklagte die mangelnde Unterstützung im Verein und die Ausbootung vor der EM 2017 durch die ehemalige Nationaltrainerin.

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Liebe Fans, liebe Fußballfreunde, nach reiflicher Überlegung und nachdem ich keine Berücksichtigung mehr für den Kader der Nationalmannschaft für die kommende WM bekommen habe, obwohl ich mit großem Aufwand wieder die volle Fitness nach meinen Verletzungen erreichen konnte, bin ich zu dem Entschluss gekommen, mich in Zukunft nur noch auf mein Engagement beim FC Bayern zu konzentrieren und meine Laufbahn in der Nationalmannschaft als beendet zu betrachten. Ich habe gern und mit großem Stolz 103 Mal für die deutsche Nationalmannschaft gespielt und habe dabei alle Höhen (Weltmeisterin, mehrmalige Europameisterin, Olympiasiegerin) und auch einige Tiefen erlebt (vorzeitiges Ausscheiden bei der WM in Deutschland, Verletzung bei Olympia 2016 mit einem anschließend ewig langem Weg zurück zur vollen Fitness, Ausbootung aus dem Kader vor der EM 2017 ohne Angabe von Gründen durch die damalige Bundestrainerin und auch die fehlende Unterstützung durch den Vereinstrainer, um mich mit entsprechenden Einsatzzeiten wieder an meine eigentliche Leistungsstärke heranzuführen und mir dadurch eine Chance zu geben, mich für den WM Kader zu qualifizieren). Überwiegend sind aber die vielen positiven und phantastischen Erinnerungen an eine jahrelange grandiose Zeit mit der deutschen Frauennationalmannschaft in der absoluten Weltspitze. Die Erlebnisse und Eindrücke aus den mehr als 10 Jahren der Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft werden mich mein Leben lang begleiten. Ich wünsche meiner Mannschaft bei der kommenden WM in Frankreich alles Gute und viel Erfolg auf dem Weg den 3. Stern zu holen. Eure Simone

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Das DFB-Team reist am 3. Juni nach Frankreich und startet am 8. Juni (ab 15 Uhr, live in der ARD) in Rennes gegen China in das WM-Abendteuer, am 12. Juni spielen sie Valenciennes gegen Spanien (ab 18 Uhr, live im ZDF) und am 17. Juni (ab 18 Uhr, live in der ARD) in Montpellier gegen Südafrika. Den WM-Spielplan findet ihr hier.

Der WM-Kader im Überblick:

Tor: 1 Almuth Schult (VfL Wolfsburg), 12 Laura Benkarth (FC Bayern München), 21 Merle Frohms (SC Freiburg)

Abwehr: 2 Carolin Simon (Olympique Lyon), 3 Kathrin Hendrich (FC Bayern München), 4 Leonie Maier (FC Bayern München), 5 Marina Hegering (SGS Essen), 8 Lena Goeßling (VfL Wolfsburg), 23 Sara Doorsoun (VfL Wolfsburg), 14 Johanna Elsig (FFC Turbine Potsdam), 15 Giulia Gwinn (SC Freiburg)

Mittelfeld/Angriff: 6 Lena Oberdorf (SGS Essen), Lea Schüller (SGS Essen), 16 Linda Dallmann (SGS Essen), 22 Turid Knaak (SGS Essen), 9 Svenja Huth (FFC Turbine Potsdam), 10 Dzsenifer Marozsán (Olympique Lyon), 11 Alex Popp (VfL Wolfsburg), 13 Sara Däbritz (FC Bayern München), 17 Verena Schweers (FC Bayern München), 18 Melanie Leupolz (FC Bayern München), 20 Lina Magull (FC Bayern München), 19 Klara Bühl (SC Freiburg)

Erweiterter Kader: 24 Kristin Demann (FC Bayern München), 25 Lisa Schmitz (FFC Turbine Potsdam), 28 Felicitas Rauch (FFC Turbine Potsdam), 26 Lena Lattwein (TSG 1899 Hoffenheim), 27 Pauline Bremer (Manchester City)

Titelfoto: Der WM-Kader von Martina Voss-Tecklenburg - alle Fotos: Uta Zorn
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