Kunstrasentest gegen die Schweiz gelungen

Die letzte Generalprobe vor der Fußball-WM hatte es in sich. Die deutsche Nationalmannschaft schlug die Schweiz gestern in Baden mit 3:1, leicht machten es die „Nati“ und der ungewohnte Kunstrasen den Deutschen aber nicht.

Es war ein echter Härtetest, nicht nur wegen der gegnerischen Mannschaft. Das Freundschaftsspiel wurde auf exakt demselben Kunstrasen ausgetragen, auf dem die Spielerinnen auch in Kanada spielen müssen. Es ist eine große Umstellung für die Kickerinnen, die echten Rasen gewohnt sind. Viele lange Bälle prägten das Spiel. Ein Kurzpassspiel ist deutlich schwieriger zu praktizieren, denn technische Fehler werden sofort bestraft. Die Schweizerinnen unter der ehemaligen deutschen Nationalspielerin Martina Voss-Tecklenburg waren perfekt auf das Spiel eingestellt und überraschten die deutsche Abwehr um Annike Krahn und Saskia Bartusiak gleich in der 2. Minute. Ana-Maria Crnogorcevic, die beim Champions-League-Sieger FFC Frankfurt spielt, traf nach einer Ecke zum frühen 1:0. In der ersten Halbzeit gab es kein Durchkommen für die DFB-Elf, denn die Schweizerinnen verteidigten konsequent und störten den Spielaufbau der Deutschen sehr früh. In dieser Form könnte die Schweizer „Nati“ zur Überraschung in Kanada werden: bei ihrer ersten WM-Teilnahme ist das Viertelfinale erreichbar.

Frischer Wind mit Marozsan

In der zweiten Halbzeit musste frischer Wind her: Silvia Neid brachte Melanie Behringer, Sara Däbritz und Dzsenifer Marozsán. Eine Stunde war gespielt, als sich Simone Laudehr einen abgefälschten Torschuss angelte und zum 1:1 traf.
Neid wechselte erneut und brachte Lena Lotzen und U20-Weltmeisterin Pauline Bremer, die den Angriff deutlich belebten. Dann legte Dzsenifer Marozsán richtig los und traf zweimal zum Endstand von 3:1. Die medizinische Abteilung hatte in den letzten zehn Tagen im Kunstrasen-Trainingslager alle Hände voll zu tun: Viele Spielerinnen klagten über ungewöhnliche muskuläre Probleme. Silvia Neid geht aber davon aus, dass die Probleme mit dem ungeliebten Untergrund in zwei Wochen erledigt sind.

L-MAG berichtet exklusiv von der WM in Kanada
"Ich bin dann mal weg!" L-MAG-Autorin Uta Zorn berichtet während der WM für uns aus Kanada Foto: L-MAG/ Uta Zorn
„Ich bin dann mal weg!“ L-MAG-Autorin Uta Zorn berichtet während der WM für uns aus Kanada Foto: L-MAG/ Uta Zorn

In neun Tagen beginnt die 7. Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada. Wer sie eröffnet, ist wegen des FIFA-Skandals noch unklar. Ob der selbsternannte „godfather of women’s football“, FIFAPräsident Sepp Blatter, einreisen darf, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Meiner Reise nach Kanada steht hingegen nichts im Weg, ich werde bis zum Finale vor Ort sein und auf l-mag.de exklusiv berichten, wie sich Silvias Team auf dem Weg zum dritten Stern schlägt. Meinen Bericht über das erste Gruppenspiel gegen die „Eléphantes“ von der Elfenbeinküste könnt ihr am 8. Juni hier lesen. Und wer besonders gut informiert sein möchte: Ab dem 5. Juni zwitschere ich auf Twitter live für L-MAG aus Kanada. Folgt mir unter @zutauta

Zuerst veröffentlicht am 27.05.2015 von L.MAG – Das Magazin für Lesben
http://www.l-mag.de/news1010/kunstrasentest-gegen-die-schweiz-gelungen.html

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