Goodbye Silvia, hello Steffi

Steffi Jones hat heute in Frankfurt das Konzept für ihre Arbeit als Bundestrainerin vorgestellt. Am Freitag gewann die Nationalmannschaft noch unter Trainerin Silvia Neid Gold bei den Olympischen Spielen in Rio. Gestern feierte Neid mit ihren Spielerinnen am Frankfurter Römer beim Empfang der Olympia-Teilnehmerrinnen und heute ist der Tag eins einer neuen Zeitrechnung.

Silvia Neid 2016
Silvia Neid – Foto: Uta Zorn

Silvia Neid hat wie keine andere den deutschen Fußball geprägt. Am 10. November 1982 wurde in Koblenz das erste Länderspiel des DFB gegen die Schweiz ausgetragen. In der 41. Minute wurde die 18-jährige Silvia Neid eingewechselt und schoss ihr erstes von 48 Toren in 111 Spielen für das Nationalteam. Ihre letzte Partie bestritt die Nummer 10 am 25. Juli 1996 gegen Brasilien bei den Olympischen Spielen in Atlanta. Sie war die erste Spielerin, die die 100-Spiele-Marke in Deutschland knackte. Die siebenmalige Deutsche Meisterin, sechsmalige Pokal-Siegerin, Vize-Weltmeisterin und dreimalige Europameisterin wechselte an die Seite von Tina Theune als Assistentin. Neun Jahre später (2005) übernahm sie das Amt der Cheftrainerin. Sie ist zweimal Welt- und fünfmal Europameisterin geworden und hat in ihrem 169. und letzten Spiel als Trainerin nach dreimal Bronze jetzt Gold in Rio gewonnen. Silvia Neid übernimmt die Leitung der Scouting-Abteilung Frauen und Juniorinnen des DFB.

Seit über einem Jahr steht fest, dass die 43-jährige Steffi Jones Nationaltrainerin wird. Im September 2015 wurde Jones Co-Trainerin und konnte so die Arbeit ihrer Vorgängerin aus der Nähe kennen lernen und sich bereits einbringen. Heute stellte Steffi Jones in der DFB-Zentrale in Konzeption vor und machte gleich ihre Titelambitionen für die Europameisterschaft im kommenden Jahr in Holland fest: „Wenn wir etwas machen, dann richtig. Und deshalb wollen wir bei der EM nächstes Jahr auch den Titel“.

Steffi Jones
Steffi Jones: „Ich weiß, was ich kann, und ich hätte die Aufgabe nicht übernommen, wenn ich gedacht hätte, dass ich sie nicht meistern werde.“ Foto: Uta Zorn

Am 16. und 20. September wird Steffi Jones bei den EM-Qualifikationsspielen in Russland und Ungarn ihr Debüt an der Seitenlinie geben. Angesprochen auf die gerade erfolgten Rücktritte von Saskia Bartusiak, Annike Krahn und Melanie Behringer sagte Jones: „Die Rücktritte sind natürlich schade, es sind charakterlich auch tolle Spielerinnen, die uns fehlen werden. Aber dadurch entsteht die Möglichkeit, jüngere Spielerinnen zu integrieren. Die Lücke wird geschlossen.“

Angst vor den großen Fußstampfen von Silvia Neid hat Steffi Jones nicht, selbstbewusst sagte sie: „Für mich wird ein Traum wahr. Ich will nicht in Silvias Fußstapfen treten, sondern die Arbeit erfolgreich fortführen, mit meiner Handschrift als Steffi Jones.“

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